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Alpabern AG nimmt vollautomatische Sortieranlage in Betrieb

Begin: 01.09.2017
Alpabern AG nimmt vollautomatische Sortieranlage in Betrieb

Für das Trennen von Papier und Karton hat die Alpabern AG, ein Unternehmen der Barec-Gruppe, in eine automatisch arbeitende Sortieranlage investiert. Lieferantin der Grossanlage war die Hunkeler Systeme AG (Wikon, LU). Als Generalunternehmung war sie von der Projektierung bis zur Inbetriebnahme der Grossanlage verantwortlich. Neben der Konzeption der mechanisch-technischen Komponenten entwickelte die Hunkeler Systeme AG die Software für die zentrale Anlagensteuerung. Die Investition in die Sortieranlage ist Teil der neuen Recycling City Schermen, das die Barec-Gruppe an der Wölflistrasse in Bern errichtet und im September eröffnet hat.

Die Sortieranlage ist für eine Jahreskapazität von 70‘000 Tonnen gemischter Fraktionen ausgelegt. Davon sind rund 30 Prozent Karton und rund 2,5 Prozent Fremdstoffanteil (Glas, Kunststoff). Der grosse Teil von ca. 70 Prozent ist Altpapier, das die Alpabern AG an Papierfabriken liefert zur Herstellung von Zeitungspapieren.

 

Über mehrere Stufen zur reinen Papierfraktion

Im Zentrum der Grossanlage steht eine Sortierstrecke. In einem mehrstufigen Prozess werden die gemischten Fraktionen weitgehend automatisch in die einzelnen Stoffe aufgeteilt. Das Ergebnis ist eine reine Altpapierfaktion, die in der Papierherstellung wiederverwertet werden kann.

Zulieferer der gemischten Fraktionen sind die Stadt Bern und umliegende Gemeinden. Das in der Recycling City angelieferte Material wird mittels Baggerfahrzeugen einem Aufgabebunker mit rund 40 Kubikmeter Fassungsvermögen zugeführt. Über ein Steigband erreicht das Material die Sortierstrecke.

Auf der ersten Sortierstufe trennt ein Ballistikseparator den schweren Karton vom leichteren Papier und den übrigen Fremdstoffen. Der grossflächige Karton fällt durch das eigene Gewicht auf ein Austragsband und wird in einer Ballenpresse zu 500 Kilogramm schweren Ballen verdichtet. Die Presse leistet bis zu 60 Ballen pro Stunde.

 

Präzise Trennung dank NIR-Spektroskopie

Die im Papier verbliebenen Fremdstoffe werden in zwei weiteren Stufen aussortiert. Dazu kommt die sogenannte NIR-Spektroskopie (NIR: Near Infra-Red) zur Anwendung. Infrarot-Sensoren senden Energie einer bestimmten Wellenlänge aus. Indem die unterschiedlichen Stoffe in der Mischfraktion das Infrarot-Signal in einer spezifischen Wellenlänge reflektieren, erkennt das System einen bestimmten Stoff und meldet der Steuerung die exakte Position auf dem Transportband. Über Luftdruckdüsen, die über die Breite des Transportbands angeordnet sind, kann der Stoff gezielt aus der Fraktion ausgeschieden werden.

Fremdstoffe, die im Papier verblieben sind, können in einem letzten Sortiervorgang manuell entfernt und über vier Abwurfstellen in sortenreine Fraktionen aufgeteilt. Das Personal arbeitet in einer geschlossenen Kabine mit ergonomischen Abwurfstellen.

Am Ende des Sortiervorgangs verlassen rund 12 Tonnen Papier pro Stunde die Sortieranlage. Über ein Transportband werden Lastwagen automatisch befüllt.

 

Manuelles Sortieren

Parallel zur grossen Sortieranlage trennt die Alpabern AG den Inhalt von verschiedenen Fraktionen in einem manuellen Verfahren. Metall, Glas, Kunststoff und Papier werden vom übrigen Abfall getrennt und sortenrein entsprechenden Mulden zugeteilt. Auf einer Ballenpresse können das Papier oder der Kunststoff zu Ballen mit bis zu einer Tonne Gewicht bei einem Querschnitt von 1‘100 mal 1‘100 Millimeter verdichtet werden.

Auf der manuell bedienten Sortierstrecke arbeitet das Personal in einer geschlossenen Kabine. Die Kabine ist klimatisiert und wird durch frische, über ein Filtersystem gereinigte Luft versorgt. Alpabern AG ist Partner der Stadt Bern zum Aussortieren der farbigen Säcke für den einjährigen Pilotversuch im nächsten Jahr.